Eine Lebenskünstlerin auf ihrer Heldenreise – Katrin Maiwald folgt dem kreativen Ruf ihres Herzens

Eine starke Frau: Katrin Maiwald! Wie sie zur Kunst kam und die Kunstszene mit fairen Preisen revolutionieren möchte, wie sie sich die Lebenskünstlerin von Blockaden befreit und wie sie Inspirationen tankt und am besten arbeitet, erfährst du im folgenden Interview.

malen

Wie Katrins künstlerische Heldenreise anfing

„Als Kind habe ich viel gemalt. Ich habe mit Pferdemotiven angefangen, weil ich ein riesen Pferdefan war. Das kam aus einem natürlichen kindlichen Reflex. Als Teenager malte ich dann Graffitis und so fing alles langsam an. Irgendwann habe ich dann angefangen zu experimentieren.

Dann gab es einen Schlüsselmoment. Ich habe ein tolles Motiv gesehen und habe es auf eine riesengroße Leinwand übertragen. Ohne jegliche Technik. Also ich hatte wirklich keine Ahnung. Und es ist einfach so gut geworden, dieses Bild, das ich mir dachte „Oh, das klappt ja sehr gut!“ Ohne jeglichen kommerziellen Gedanken oder so und dann habe ich einfach weitergemacht. Meist habe ich Tiermotive in Großformat gemalt. Das habe ich bestimmt 3-4 Jahre gemacht. Bis ich dann nach Meiningen gezogen bin. Das ist in Bayern.

Das war 2012 – da habe ich bei Bionade gearbeitet. Dort bin ich einem Kunstverein beigetreten und das war der zweite Schlüsselmoment. Weil ich dort eine Einzelausstellung bekommen habe, und habe dann innerhalb von 2-3 Monaten über 20 Bilder produziert. Alle großformatig und diese Ausstellung hat den Titel „Humanimal“ getragen. Ich wollte damit ausdrücken, wie nah der Mensch dem Tier ist. Außerdem habe ich einen Glücksweg in der Ausstellung behandelt. Jedes Bild hat ein Thema behandelt, was man, aus meiner Sicht braucht, um glücklich zu werden. Freunde. Familie. Gesundheit…

Leben im Hier und Jetzt

Ich habe ausdrücken wollen, dass man im Hier und Jetzt leben muss, das fand ich wichtig, weil die meisten in der Zukunft leben. Und so hat jedes Bild was anderes ausgedrückt. Und das war mir auch wichtig. Beziehungsweise es passierte oft umgekehrt. Ich habe ein Bild gemalt und mich dann gefragt: Was könnte das ausdrücken?

Diese Ausstellung war sehr erfolgreich, ich habe sehr viel positives Feedback bekommen und habe das Malen, dann so richtig für mich entdeckt. Ich habe gesehen, wenn ich will, kann ich jedes Motiv umsetzten und da habe ich so ein bisschen Selbstvertrauen bekommen, was Kunst angeht.

Die erste Hürde

Dann bin ich zurück nach Köln gezogen und habe dann hier weitergemalt. Dann habe ich hier auf dem Lifestyle Markt, das ist so ein kleiner Design Markt, einen Stand gehabt. Dort habe ich ähnliche Bilder, auch etwas kleinformatiger, aber auch die Großen, ausgestellt. Und dieser Markt lief überhaupt nicht! Ich habe keine Ahnung warum. Aber ich habe kein einziges Bild verkauft an diesem Tag.

Dann dachte ich mir „Scheiße! Warum klappt das nicht?“ Dann hatte ich wirklich ein Tief und hab mir wirklich gedacht: „Ich lass das jetzt. Ich höre auf! Ich mal nicht mehr – was bringt mir das? Was bringen mir 30-40 Bilder auf dem Speicher?“ Ich habe danach gedacht, ok, jetzt male ich nur noch für mich und mache dann nur noch schöne Motive – das habe ich dann auch gemacht.

Eine neue Richtung?

Dann ist mir die Idee gekommen: „Du musst einfach dein Konzept ändern!“ Ich habe mich auf die Leute konzentriert und m ich gefragt, was sie sich gerne aufhängen würden. Dann kam mir die Idee, dass ich a) meine Bilder rahme. Und b) nicht mehr so großformatig male und c) habe ich im Endeffekt auch mein ganzes Mal-Konzept auch verändert, weil ich jetzt sehr viel schneller male und Bilder dadurch zu einem günstigeren Preis anbieten kann.

„Ich dachte, ich probiere es mal, den Kunstmarkt ein bisschen aufzubrechen!“

Indem ich Bilder für faire Preise anbiete. Ein Bild mit Rahmen kostet bei mir so 50-60 Euro. Dann kam meine erste Ausstellung. In Neuss. Und da habe ich dann wieder sehr gutes Feedback bekommen. Dann habe ich mich wieder für ein paar Märkte angemeldet. Meist auf Designer Märkten. Dieses Jahr bin ich z.B. auf ca. 15 Märkten unterwegs. In der Vorweihnachtszeit habe ich an einem Tag z.B. 16 Bilder verkauft – das hat mir auch noch mal einen Schub gegeben. Dann habe ich mir gedacht: „Da mache ich jetzt weiter!“

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 „Der Stilwald“ – Der Traum vom eigenen Laden

Ich wusste schon immer, dass ich mich selbstständig machen wollte, aber ich wusste nie womit! Und irgendwie hat sich das jetzt entwickelt und sage jetzt „Ich mache einfach einen Laden auf!“ Das war schon immer mein Traum, mein Ding zu machen und seit Weihnachten steht das fest. Ich will das wirklich machen und arbeite auch daran, dass es bald soweit ist. Der Name steht auch schon: „Stilwald“. Das Konzept: Es sind nicht nur meine Bilder darin, aber mir ist auch wichtig mit anderen zusammenzuarbeiten. Ich möchte mit Designern zusammenarbeiten, die ich auf Märken immer zu kennenlerne. Ich hätte gerne einen schönen bunten Mix, es soll ein kleiner Design-Markt sein – nur als Laden werden. Es soll aber ich interaktiv werden, dass ich Malkurse anbiete. Dass ich Leute habe, die tolle Sachen nähen und da vielleicht Nähkurse geben. Ich habe vor in meinem Laden Poetry Slams zu veranstalten, so eine Art Treffpunkt! Das sind all die Dinge, die ich total gerne machen würde! Ich bin da total offen für viele Ideen.

Wie Kathrin sich von Blockaden befreit und was für die Inspiration hilft

Was ich sehr oft mache ist, beim Malen höre ich klassische Musik. Für mich geht Malen ohne Musik nicht. Ich höre beispielsweise Hans Zimmer, weil es so extrem energische Klänge sind und die inspirieren mich und geben mir total viel Energie. Das ist ein wichtiger Aspekt in der Malerei, dass man eine gute Stimmung hat. Ich arbeite auch total viel mit Düften. Mit ätherischen Ölen z.B. – kann ich wirklich jedem empfehlen. Vor allem naturreine Düfte – auf keinen Fall synthetische, denn die bewirken im Gehirn ja gar nichts. Die ätherischen Düfte, die setzen auch Schwingungen frei. Verbinden Synapsen. Sie sind sehr kreativfördernd. Zum Beispiel Zimt und Muskatnuss. Weniger Zitrone, eher tiefe Düfte wie Ylang Ylang. Das ist eine Blume aus Madagaskar. Das kommt in eine Duftlampe rein und wirkt dann eine Weile.

Was noch mein persönliches Ritual ist, ist wirklich vorher die Wohnung aufräumen. Also bevor es losgeht, mache ich alles ordentlich, das ist ein Prozess. Die Voraussetzung eigentlich. Was ich auch noch oft mache: Ich habe ein Motiv – und warte manchmal ungefähr so zwei Wochen, bis ich es umsetze – weil das in meinem Kopf sozusagen wächst. Es gibt schon schwierige Motive, dass ich überlege: „Ja, wie machst n du das jetzt?!“ und dann wenn ich unterwegs bin, überlege ich mir wie ich das umsetze. Mit welchem Pinsel, welche Farbe nehme ich. Wie und was male ich zuerst. Ich lasse alles in wachsen, insbesondere, wenn es sehr schwierige Motive sind.

„Die Inspiration ist überall!“

Ich habe auch viele Inspirationsquellen, die ich auf jeden Fall brauche. Ich lasse mich eigentlich überall inspirieren. Egal wo ich lang laufe und ich sehe, was schönes, dann merke ich mir das sofort. Zum Beispiel, will ich jetzt eine Birke malen, weil mich der Baum so fasziniert. Ich habe Birken betrachtet und sie haben mich sehr inspiriert.

„Übung macht den Meister!“

Ich kann jedem nur empfehlen: Auf keinen Fall aufgeben. Immer weitermachen. Klar, auch ich habe manchmal riesen Schiss. Aber trotzdem: Ich probiere das aus. Ich finde es wichtig, dass man es probiert. Und das auch nicht nur 2 oder 3 mal, sondern immer wieder. Natürlich stört es mich auch, dass ich nie weiß, wie wird der Markt? Verkaufe ich meine Bilder? Aber es hilft nichts: Kunst und das Malen ist eine Art innerer Ruf und der holt mich immer wieder zurück. Es fühlt sich einfach an, als würde ich meiner inneren Stimme folgen.

„Kunst und Spiritualität ist sehr nah beieinander!“

Ich habe mich sehr viel damit beschäftigt, was ist Glück? Was macht mich glücklich? Für mich sind es meine Freunde! Nr. 1) Freunde + Familie. Das ist für mich einfach total wichtig. Ich suche auch immer nach Dingen, die ich machen kann – das steht für mich ganz oben.

Nr. 2) Arbeit gehört für mich auch zum Glück dazu, weil ich ein Arbeitstier bin. Aber halt für mich! Und das macht mich im Endeffekt total glücklich. Wenn ich Erfolg damit habe.

Noch mal kurz zum Thema „Erfolg“

Es gibt so viele Momente, wo ich extrem viel an mir zweifle. Kann so ein Laden funktionieren? Können meine Bilder das leisten? Bin ich gut genug? Dieses Hinterfragen, das gehört auch dazu! Manchmal pumpe ich da viel Energie rein…

Last but not least:

Nr. 3) Was mich sonst noch glücklich macht: Genuss! Gutes Essen. Ich koche extrem gerne und viel und das trägt auch zu meinem Glück bei. Genuss ist ein guter Oberbegriff dazu. Einfach mit dem Rad durch Köln fahren, die Stadt aufsaugen, die Atmosphäre, de Sonne scheint. Leute lachen im Café und du fährst an ihnen vorbei. Manchmal lache ich einfach auf dem Fahrrad vor mich hin, weil ich’s so schön finde. Thema Genuss, ist ein sehr wichtiger Glücksfaktor!

Danke Katrin, für dieses tolle Interview in der Sonne und die Kunst, die du so offen mit uns geteilt hast! 🙂

vogel

 

Kategorie Frauen, Revolution

Ich liebe Avokadobrot, ausschlafen, Jasmintee, die Sonne und das Meer. Seit ungefähr 7 Jahren beschäftige ich mich neben meiner freiberuflichen Tätigkeit als Autorin und Filmemacherin, auch mit Meditation, Energie und Yoga. Außerdem schreibe ich gerade an meinem ersten Roman "yoga-diary - 154 Tagen um die Welt" und freue mich darauf, wenn ich diesen hier vorstellen kann!

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