Die Heldenreise 2) Der Ruf zum Abenteuer – Folgt du deiner inneren Stimme?

Die Stufe 2 der Heldenreise beginnt mit einem Ruf. Es kann ein starkes Verlangen sein, welches aus dem Inneren des Helden kommt oder ein äußerer Ruf zum Abenteuer. Eine Art „Einladung zum Abenteuer“, eine Gelegenheit, die sich plötzliche auftut. Die den Helden in eine neue Richtung schauen lässt.

Manchmal ist es sogar die Notwendigkeit zu handeln, denn der Status quo, also die gewohnte Welt, ist, wie alles im Leben Veränderungen unterworfen. Denn der Ruf, kann auch Problem sein. Der Held wird mit einer veränderten Situation konfrontiert, die gewohnte Welt verändert sich und der Held steht vor einer Herausforderung (Beispielsweise: jemanden retten, einen Fall lösen, in die Ferne aufbrechen, um Liebe kämpfen, einen Schatz finden, ein Unrecht aus der Welt schaffen, einen Traum verwirklichen, das Leben in eine andere Richtung lenken…)

Das Leben in Sicherheit wird durch den Ruf in Frage gestellt. Durch den Ruf steht man vor einer Entscheidung, ob man sich auf das Neue einlässt, oder ob man in Sicherheit weiterleben will wie vorher.

Etwas muss sich verändern

Ist der Ruf beim Helden angekommen, wächst dieser allmählich zur Berufung. Die gewohnte Welt, so wie sie war, kann nicht mehr länger bestehen. Denn der Ruf ist auch ein „call to action“, also eine Aufforderung zum Handeln.

Die spirituellen Helden

Buddha, der sich als Prinz Siddhartha danach sehnte die Welt außerhalb seines Schlosses zu erfahren, ging verkleidet in Begleitung seines Kutschers nach draußen und beobachtete die Menschen. Am ersten Abend sah Siddhartha „einen gebrechlichen Alten, zahnlos, grauhaarig, buckelig und gebeugt“ (J. Cambell „Heros in 1000 Gestalten“, S. 61) war. Da er noch nie zuvor solch einen alten Menschen gesehen hatte, war er zutiefst berührt, denn er verstand, dass das Schicksal des Alters zum Leben gehörte. Bei dem nächsten Spaziergang sah er einen Kranken und auch sein Schicksal berührte ihn zu tiefst. Beim nächsten Spaziergang sah er zum ersten mal einen Toten, was ihn ebenfalls tief traf. Am letzten Abend seiner Rundgänge sah der zukünftige Buddha einen Mönch. Überrascht von seiner erhabenen Erscheinung, seiner sorgfältigen und angenehmen Kleidung, fragte Siddhartha wieder den Kutscher, wer nun dieser Mann sei. „Herr, das ist einer, der sich von der Welt zurückgezogen hat“, (…) „Der Gedanke der Abwendung von der Welt gefiel dem werdenden Buddha.“ (Cambell S. 62)

Auf der spirituellen Heldenreise kann der Ruf ein Schlüsselerlebnis sein. Es kann ein tiefes Verständnis einer Erfahrung sein, das Verstehen eines heiligen Buches, welches mich die Welt in einem anderen Licht sehen lässt. Auch die Begegnung mit einem Guru, einem Heiligen oder einem Mönch, ist eine Erfahrung, die den inneren Ruf im Helden auslösen kann. Denn solche unvergesslichen Erfahrungen oder Begegnungen lassen uns die „gewohnte Welt“ überdenken und stellen das gewohnte Leben in Frage, sodass das Bedürfnis aufkommt, ihm eine neue Richtung zu geben.

Nach dem Ruf, kommt die Geschichte ins Rollen

Der Held ist nicht mehr länger unentschieden und kann nicht mehr in der Bequemlichkeit  der „gewohnten Welt“ stagnieren oder verharren – der Held fühlt diesen innere Ruf, die Berufung zu handeln und etwas zu verändern. Er kann nicht anders, als zu gehen, zu verändern oder zu handeln, auch wenn damit sowohl eine Gefahr, als auch eine Wachstumsmöglichkeit einhergeht.

„Im ersten Stadium der mystischen Fahrt, der Berufung, wie wir sie genannt haben, hat die Bestimmung den Helden erreicht und seinen geistigen Schwerpunkt aus dem Umkreis seiner Gruppe in eine unbekannte Zone verlegt. Diese schickschwere Zone, die so lockend ist wie gefahrvoll, wird auf die verschiedenste Weise vorgestellt: als ein fernes Land, ein Wald, ein unterirdisches Reich, unter den Wogen oder über dem Firmament, als eine verborgene Insel, ein entlegener Berggipfel oder eine tiefe Traumentrückung.“ (Cambell S. 63)

Die eigene Heldenreise – Übung Nr. 2

Wenn der Ruf in dir erklingt, oder an sich herangetragen wird. Ist der natürliche Reflex eine „Weigerung“ (Stufe 3 der Heldenreise folgt bald). Deswegen ist es schwer, den Ruf überhaupt als wichtig wahrzunehmen. Es erfordert eine Verbindung zum Inneren, zu der intuitiven, inneren Stimme, die jeder in sich trägt. Unsere Intuition wahrzunehmen und dem inneren Ruf zu folgen, gehört zu jeder spirituelle und inneren Heldenreise dazu. Oft ignoriert man den Ruf, weil die gesamte Odnung, die komplette „gewohnte Welt“ auf dem Spiel steht. Menschen haben Angst vor Veränderungen.

Höre deine Innere Stimme – Intuitionsübung

Suche dir einen ruhigen Ort, wo dich niemand stört, setz dich in eine angenehme (Meditations-) Haltung, schließe die Augen und atme ruhig. Lasse dich in dein Inneres sinken. Horche in dich herein und frage dich

Was ist meine Berufung?

Welche Talente habe ich, mit denen ich anderen dienen kann?

Welchen Ruf gibt es in meinem Leben?

Welches Abenteuer wartet auf mich?

Lass dich überraschen, was zurück kommt (und wenn nichts kommt, dann sei getrost, dann ist es gerade nicht an der Zeit oder du gerade schon auf deinem heldenhaften Weg;)

Höre auf deine innere, intuitive Stimme, sie zeigt dir den Weg!

🙂

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